Mostfun

Seit einigen Jahren besitze ich eine Eurofighter die original von Freewing stammt. Allerdings habe ich schon einige Modifikationen an dem Teil durchgeführt und sie sieht klasse aus. Die Sache hatte aber immer einen Haken: ich konnte die Eurofighter auf unserem Platz nur unter extrem guten Bedingungen starten. Dieses Jahr wollte ich wieder einmal versuchen, das Teil in die Luft zu bekommen. Der Rasen war super kurz gemäht. Ein neuer Akku war frisch geladen eingebaut, Gegenwind. Ich gebe vollgas, die Eufi stürmt davon, kommt aber nicht auf Geschwindigkeit, das Bugrad federt immer wieder bis auf Block ein und die Ailerons wirken wie Spoiler, die die Eufi weiter auf den Boden drücken. Ich habe an diesem Nachmittag fünf Startversuche gemacht, alle vollkommen erfolglos. Anschließend war wieder das Bugfahrwerk und ein Hauptfahrwerk durch die Stöße so verbogen dass es repariert werden musste. Ich war demotiviert. Das Bugfahrwerk versteifen? Könnte was bringen, aber was ist, wenn dann, ohne Federung, das Fahrwerk noch schneller verbiegt, nicht mehr eingefahren werden kann oder gar klemmt? Ich hatte schon die Situation, dass der Eisenpin durch die Schläge beim Rollen in den Antriebsmechanismus getrieben wurde und dadurch das Fahrwerk blockierte.

 

Eine Lösung musste her. Entweder Handstart und den Bodenbereich des Eufis massiv mit Kohlefaser verstärken oder ein ... Einrad-Fahrwerk, wie das jemand im RC-Forum gemacht hatte (Verkaufsanzeige). Das Einrad konnte groß sein, es konnte nahe am Schwerpunkt sein und die Eufi würde hinten durch die beiden Plastikteile an den Düsen aufliegen und auf Spur gehalten werden. Das könnte gehen... Ich habe mich ans Werk gemacht. Das Einziehfahrwerk, die Servos, Hebelchen, Klappen und der Doorsequenzer wurden von mir ausgebaut. 380g weniger Gewicht im Flieger! In die Klaffenden Löcher mußte jetzt was rein:

 

Ein Rad war schnell auss dem Fundus gefunden: KAVAN 75mm, 4mm Bohrung, 27g. Das war groß genug und hatte auch ausreichend Traglast.

Im zweiten Entwurf war die Konstruktion schon richtig gut. Hier die simulierte Ansicht. Der Glaskasten ist das Stück, das gegen den Eurofighter drückt.

Mit ABS gedruckt schaute das ganze dann so aus:

 

Erstflug mit Monorad

Ich war auf den Start gespannt. Würde die Eufi starten oder würde sie sich überschlagen oder wieder nicht auf Geschwindigkeit kommen?

Ich habe Gas gegeben und die Eurofighter bis kurz vor das Platzende (wir hatten Windstille) getrieben. Das Höhenruder angelupft und sie war frei.

Der leichtere Part war geschafft. Nach ein paar Platzrunden kam dann  noch die Landung. Die Eufi schwebte ein, setzte auf und rollte brav aus. 

Die Neukonstruktion hat meiner Eurofighter ein neues Leben eingehaucht! Ich kann sie jetzt auf unserem Platz fliegen.

Die Dateien zum Nachdrucken sind auf Thingiverse zum herunterladen: 

Thingiverse Thing 4548530

 

Oder auch hier:

EufiFahrwerk.zip

 

Hier noch ein kleines Video vom Erstflug mit dem Monorad:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

P1350590

Seit ich Modellbau betreibe wollte ich schon immer einmal eine A-10 haben. Ich fand den Flieger einfach klasse. Auch die Geschichte der A-10 war ein Grund, warum ich mich mit dem Flugzeug beschäftigt habe. Die A-10 ist das Produkt aus der eigenwilligen Struktur der US-Streitkräfte. Diese sind strikt zwischen Airforce, Marine und Bodentruppen getrennt. Diese Trennung  führte dazu dass die Airforce den Fokus auf immer schnellere, höher fliegende Jets legte. Dabei wurde vergessen, dass mit Mach 2 fliegender Jet mit einer Operations-Flughöhe von mehreren tausend Metern für die Unterstützung der Bodentruppen gänzlich ungeeignet war. Die folge war, dass die Armee für ihre Bodentruppen eine eigene Lösung schaffen wollten. Dies sollte mit einem neu zu entwickelnden Kampfhubschrauber passieren. Das wollte die Airforce nicht, denn die hatten für alles was fliegt die Kompetenz und bekamen dafür auch das Geld. Um wieder in´s Geschäft zu kommen wurde als Konkurrenz zum Apache-Hubschrauber ein neuartiges Bodenkampfflugzeug entwickelt - einfach, robust und effektiv. Die A-10 war geboren - auf dem Reisbrett. Eigentlich nahm man eine riesige Gattling-Kanone von GE und baute ein Flugzeug herum. Das hatte aber gravierende Auswirkungen. Bei den Testflügen gelang so viel Pulverdampf in die Triebwerke, dass diese während des Schießens ausfielen, ein ernstes Problem. Nach vielen Versuchen mit Leitblechen und anderen Lösungen bekam man das Problem in den Griff. Die A-10 ist einfach aufgebaut, hat keine Flügeltanks ist billig in der Anschaffung und im Unterhalt. Sie war kein "Wunschkind" und musste sich ihren Platz durch Leistung und Ausdauer immer wieder erkämpfen. Das zum Original.

Jetzt war auch "schon" der Erstflug meiner Tigercat. Der war allerdings Teamwork. 

Nachdem ich auch noch die Decals selbst gemacht habe (Folienplotter), ist heute das erste Fotoshooting im Freien gewesen. Hier die Bilder dazu.

Seitenruder

Braucht die Tigercat ein Seitenruder? Eine Frage, die ich den Leuten im RC-Network-Forum gestellt habe. Die Antwort war: eigentlich nicht, aber wenn man sowieso dabei ist, das Teil zu bauen, ist es sinnvoll das Seitenruder funktional zu machen. Die Frage hatte folgenden Hintergrund: Das Seitenruder ist im Bausatz fest mit dem Rumpf verbunden und muss mit einem Dremel und einer Diamantscheibe erst einmal herausgetrennt werden. Dann müssen mit kleinen GFK-Plättchen und butterweichen Aluminiumröhrchen drei Lager gebaut werden. Diese werden dann mit weiteren butterweichen Aluröhrchen auf ein weiteres Aluröhrchen aufgefädelt und ergeben dann ein Scharnier. Allein durch das Festhalten beim Sägen habe ich die Röhrchen so verdrückt, dass es eine wahre freude war. Das innere Röhrchen habe ich nachdem es klemmte so verbogen, dass ich es gleich weggeworfen habe. Es war das erste mal, dass ich ein Alurohr mit bloßen Händen zerrissen habe.

Egal. Nachdem dieses Scharnier gebaut ist, wird es korrekt positioniert in das Seitenleitwerk eingebaut und anschließend werden die Röhrchen mit dem Seitenruder verklebt. Dazu nimmt man Sekundenkleber, der ganz schnell auch da rein geht, wo er nicht hin gehöhrt: ins Scharnier. Das ist mir passiert. Mit einem großen Lötkolben kann dann das Scharnier so weit erhitzt werden, dass der verklebende Sekundenkleber auf gibt und die Teile wieder demontiert werden können. Glück gehabt!

Zurück zum Seitenruder. Das Ruder wird dann so lange mit Balsaholz beklebt und dieses verschliffen, bis es gut aussieht.

Rückwirkend habe ich mir den Bau schwieriger vorgestellt, und schon optisch lohnt es, das Seitenruder zu bauen.

 

 

Nun kann das Ruder mit dem Leitwerk verbunden werden.

Die obere Querbohrung dient der Kontrolle, ob das innere Röhrchen ganz oben angekommen ist.

Wie bekomme ich das innere Röhrchen im Servicefall wieder raus? Ich habe in das Röhrchen ein 2,5mm Gewinde rein geschnitten. Damit kann ich ganz einfach eine passende Schraube eindrehen und dann das Röhrchen herausziehen.

Die dem Bausatz beiliegende Ruderanlenkung erschien mir nicht besonders vertrauenswürdig, aber sie hat den Vorteil, dass die im Plan angegeben Löcher für die Züge passen. Wer normale Gabelköpfe aus Metall verwenden will, sollte ein paar Zentimeter früher aus dem Rumpf kommen, damit die Länge passt.

 

 

Cockpit

Das Cockpit gestaltet sich recht einfach. Zuerst einmal muss der Kabinenhaubenverschluss eingeklebt werden.

Das ABS-Tiefziehteil bekommt bei mir einen kompletten Rahmen aus Sperrholz.

 

 

Der Pilot, ohne Körper wurde von mir nachmodelliert und ordentlich bemalt. 

Das Cockpit habe ich auch stilecht angepasst. Als Requisiten noch einen Knüppel und fertig ist das Cockpit.

Elektronik

Der nächste Schritt ist die Elektronik. Das Brett für die Servos hatte natürlich einen viel zu großen Ausschnitt. Deshalb habe ich eine Adapterplatte gebaut. Damit können die Servos komplett montiert ein und ausgebaut werden.

Die Stromversorgung übernimmt ein 8A-SBEC

 

Zusammenbau 2

 Ein erstes Fotoshooting, noch ohne Querruder und Lackierung. Allerdings sind alle Servos, die beiden Motoren und das Einziehfahrwerk eingebaut und funktionieren.

 

So hat meine Tigercat mit dem 4s 2600mAh-Akku ein Gewicht von 2330g. Es kommen noch die beiden GFK-Gondeln dazu. Das macht dann in Summe 2450g. Kein Leichtgewicht. Auf dem Karton stand etwas von 1950g - allerdings ohne Einziehfahrwerk, Beleuchtung, ordentlicher Kabel und fraglicher Stabilität bei der Landung.

Querruder

Nun müssen noch die Querruder dran.

Dafür habe ich nach langem Suchen von Tamia passende Sägen mit einer Sägeblattdicke von 0,1mm gefunden:

Damit kann das Folienscharnier (Dicke 0,1mm) perfekt eingesetzt werden. Anschließend habe ich mit einer Insulinspritze, die mit Sekundenkleber gefüllt war, die Scharniere verklebt. Durch die geringe Spaltdicke geht das von selbst.

Farbe und Lack

Für kleinere Ausbesserungsarbeiten habe ich mir eine passende Farbe zusammengemischt. Die Basis ist Aquacolor. 

Dabei wird bei Tageslicht die Folie und eine Testlackierung gemeinsam fotografiert und anschließend mit einem Grafikprogramm die Farbe "analysiert". Über eine Exceltabelle habe ich dann die Farbkorrekturen durch Mischen mit anderen Farben vorgenommen. Auch hier ist eine Insulinspritze als Dosierhilfe sehr gut.

Das Lackieren des Rumpfes und der Gondeln habe ich mich nicht getraut. Da muss professionelle Hilfe her.

So sehen die Teile nach dem Grundieren aus:

 

 Nun mußte ich nur noch jemanden Finden, der mir mit den beiden über EBay gekauften Dosen Farbe die ganzen Teile lackiert. Die Autolackíerer wollten ihre eigene Farbe benutzen. Außerdem hatte ich Bedenken, dass sie die Farbe zu üppig auf die Teile sprühen.

 

Zum Glück habe ich eine ganz nette Airbrusherin kennen gelernt, die bereit war, mit dem gestellten Orapaint-Lack die Teile zu lackieren. Sie hat in Nürnberg ein Attelie in der Regensburger Straße und ist aus meiner sicht sehr empfehlenswert und zuverlässig.

Hier die Homepage: www.airbrush-nuernberg.de