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Seitenruder

Braucht die Tigercat ein Seitenruder? Eine Frage, die ich den Leuten im RC-Network-Forum gestellt habe. Die Antwort war: eigentlich nicht, aber wenn man sowieso dabei ist, das Teil zu bauen, ist es sinnvoll das Seitenruder funktional zu machen. Die Frage hatte folgenden Hintergrund: Das Seitenruder ist im Bausatz fest mit dem Rumpf verbunden und muss mit einem Dremel und einer Diamantscheibe erst einmal herausgetrennt werden. Dann müssen mit kleinen GFK-Plättchen und butterweichen Aluminiumröhrchen drei Lager gebaut werden. Diese werden dann mit weiteren butterweichen Aluröhrchen auf ein weiteres Aluröhrchen aufgefädelt und ergeben dann ein Scharnier. Allein durch das Festhalten beim Sägen habe ich die Röhrchen so verdrückt, dass es eine wahre freude war. Das innere Röhrchen habe ich nachdem es klemmte so verbogen, dass ich es gleich weggeworfen habe. Es war das erste mal, dass ich ein Alurohr mit bloßen Händen zerrissen habe.

Egal. Nachdem dieses Scharnier gebaut ist, wird es korrekt positioniert in das Seitenleitwerk eingebaut und anschließend werden die Röhrchen mit dem Seitenruder verklebt. Dazu nimmt man Sekundenkleber, der ganz schnell auch da rein geht, wo er nicht hin gehöhrt: ins Scharnier. Das ist mir passiert. Mit einem großen Lötkolben kann dann das Scharnier so weit erhitzt werden, dass der verklebende Sekundenkleber auf gibt und die Teile wieder demontiert werden können. Glück gehabt!

Zurück zum Seitenruder. Das Ruder wird dann so lange mit Balsaholz beklebt und dieses verschliffen, bis es gut aussieht.

Rückwirkend habe ich mir den Bau schwieriger vorgestellt, und schon optisch lohnt es, das Seitenruder zu bauen.

 

 

Nun kann das Ruder mit dem Leitwerk verbunden werden.

Die obere Querbohrung dient der Kontrolle, ob das innere Röhrchen ganz oben angekommen ist.

Wie bekomme ich das innere Röhrchen im Servicefall wieder raus? Ich habe in das Röhrchen ein 2,5mm Gewinde rein geschnitten. Damit kann ich ganz einfach eine passende Schraube eindrehen und dann das Röhrchen herausziehen.

Die dem Bausatz beiliegende Ruderanlenkung erschien mir nicht besonders vertrauenswürdig, aber sie hat den Vorteil, dass die im Plan angegeben Löcher für die Züge passen. Wer normale Gabelköpfe aus Metall verwenden will, sollte ein paar Zentimeter früher aus dem Rumpf kommen, damit die Länge passt.

 

 

Cockpit

Das Cockpit gestaltet sich recht einfach. Zuerst einmal muss der Kabinenhaubenverschluss eingeklebt werden.

Das ABS-Tiefziehteil bekommt bei mir einen kompletten Rahmen aus Sperrholz.

 

 

Der Pilot, ohne Körper wurde von mir nachmodelliert und ordentlich bemalt. 

Das Cockpit habe ich auch stilecht angepasst. Als Requisiten noch einen Knüppel und fertig ist das Cockpit.

Elektronik

Der nächste Schritt ist die Elektronik. Das Brett für die Servos hatte natürlich einen viel zu großen Ausschnitt. Deshalb habe ich eine Adapterplatte gebaut. Damit können die Servos komplett montiert ein und ausgebaut werden.

Die Stromversorgung übernimmt ein 8A-SBEC

 

Zusammenbau 2

 Ein erstes Fotoshooting, noch ohne Querruder und Lackierung. Allerdings sind alle Servos, die beiden Motoren und das Einziehfahrwerk eingebaut und funktionieren.

 

So hat meine Tigercat mit dem 4s 2600mAh-Akku ein Gewicht von 2330g. Es kommen noch die beiden GFK-Gondeln dazu. Das macht dann in Summe 2450g. Kein Leichtgewicht. Auf dem Karton stand etwas von 1950g - allerdings ohne Einziehfahrwerk, Beleuchtung, ordentlicher Kabel und fraglicher Stabilität bei der Landung.

Querruder

Nun müssen noch die Querruder dran.

Dafür habe ich nach langem Suchen von Tamia passende Sägen mit einer Sägeblattdicke von 0,1mm gefunden:

Damit kann das Folienscharnier (Dicke 0,1mm) perfekt eingesetzt werden. Anschließend habe ich mit einer Insulinspritze, die mit Sekundenkleber gefüllt war, die Scharniere verklebt. Durch die geringe Spaltdicke geht das von selbst.

Farbe und Lack

Für kleinere Ausbesserungsarbeiten habe ich mir eine passende Farbe zusammengemischt. Die Basis ist Aquacolor. 

Dabei wird bei Tageslicht die Folie und eine Testlackierung gemeinsam fotografiert und anschließend mit einem Grafikprogramm die Farbe "analysiert". Über eine Exceltabelle habe ich dann die Farbkorrekturen durch Mischen mit anderen Farben vorgenommen. Auch hier ist eine Insulinspritze als Dosierhilfe sehr gut.

Das Lackieren des Rumpfes und der Gondeln habe ich mich nicht getraut. Da muss professionelle Hilfe her.

So sehen die Teile nach dem Grundieren aus:

 

 Nun mußte ich nur noch jemanden Finden, der mir mit den beiden über EBay gekauften Dosen Farbe die ganzen Teile lackiert. Die Autolackíerer wollten ihre eigene Farbe benutzen. Außerdem hatte ich Bedenken, dass sie die Farbe zu üppig auf die Teile sprühen.

 

Zum Glück habe ich eine ganz nette Airbrusherin kennen gelernt, die bereit war, mit dem gestellten Orapaint-Lack die Teile zu lackieren. Sie hat in Nürnberg ein Attelie in der Regensburger Straße und ist aus meiner sicht sehr empfehlenswert und zuverlässig.

Hier die Homepage: www.airbrush-nuernberg.de