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Fun Cub (Multiplex)

Als ich das erste Video von der Fun Cub gesehen hatte, wußte ich, welches Flugzeug demnächst im Hangar stehen wird.
Zuvor war aber wieder Geduld angesagt. Auslieferung der Fun Cub wieder einmal verspätet. Zum Glück aber diesmal nicht so lange wie bei der Xeno.

FunCub von vorne

 

 

Nach den leidigen Erfahrungen mit Messekäufen (unvollständige Bausätze) habe ich mich entschlossen, beim Modellbauhändler zu kaufen. Meine Wahlfiel auf das Modellbauzentrum Erlangen.

Ein Kaufgrund war die extremen Langsamflugeigenschaften nicht zuletzt durch die Offset-Landeklappen

FunCub von vorne

FunCub von vorne

Der Zusammenbau geht wie üblich mittel Sekundenkleber zügig, aber nicht ohne Tränengaseffekt und verklebten Fingerspitzen. Folgende Anmerkungen habe ich zum Zusammenbau:

1. Der Motorträger benötigt besonderes Augenmerk beim Einkleben. Obwohl ich sehr viel Kleber verwendete, lockerte sich der Träger bei der ersten unsanften Nasenlandung. Hier also lieber mehr Zeit investieren und noch einmal mit Sekundenkleber flüssig nachkleben.

2. Die Tragflächenhalter (Abb 7 33/34) lieber mit dem Kleber sparsam sein. Mir ist etwas vom Kleber ins Gewinde gerutscht, und das hat ziemlich viel Zeit beansprucht, den Fehler wieder zu beseitigen.

3. Madenschrauben lieber gleich mit Schraubensicherungslack bestreichen. Ich habe innerhalb 5 Tagen 2 Madenschrauben an verschiedenen Orten in der Wohnung verlohren (und letzendlich wieder gefunden :-) uff!).

4. Beim Einkleben vom Höhenleitwerk ist die "Beevel Box" Art.Nr. 68-687-73 von ELV eine echte Bereicherung. Es handelt sich dabei um einen digitalen Neigungssensor mit einer Auflösung von 0,1°. Damit ist das herumgeeier beim geraden Einkleben gar kein Thema mehr. Die Tragflächen werden definiert auf einer ebenen Fläche (Tisch) aufgebockt. Die Bevel-Box wird auf den Tisch gestell und mit der Null-Taste auf Null Grad eingestellt. Kontrolle ob die Tragfläche wirklich paralell zur Tischplatte ist durch auflegen der Bevel-Box auf beide Tragflächen (müssen an der gleichen Stelle die gleiche Neigung (mit umgekehrter Neigung) zeigen.

Nun kann das Höhenleitwerk ggf mit einer kleinen Hilfskonstruktion exakt eingeleimt werden.

5. Die Lösung von Multiplex, am Flugfeld über die Tragflächen 5 Servokabel am Empfänger zu funzeln ist gelinde gesagt s.... (suboptimal).
Aus diesem Grund habe ich hier einmal eine andere Lösung probiert.

Die Lösung sieht als Steckkontakt "Wannen" vor. Diese Steckverbinder sind in der Elektronik sehr zuverlässig. Außerdem werden die Kabel nicht gelötet sondern "gekrimmt" - und das ganz einfach mit dem Schraubstock. Das Flachbandkabel wird einfach in den Steckverbinder geschoben und anschließend mit dem Schraubstock zugequetsch, bis der Stecker "klickt". Damit sind bei mir 2 x 10 Kabelverbindungen realisiert.

Der Einbau ist auch relativ einfach. Ich habe die Löcher für die Stecker und Wannen großzügig mit einer Styro-Heißdrahtsäge ausgeschnitten.

Anschließend wird der jeweilige Stecker und die zugehörige Wanne zusammengesteckt und entweder Wanne oder Stecker eingeklebt

 

FunCub von vorne

Nach dem Aushärten wird das Gegenstück mit Kleber behandelt und nun die zusammengesteckte Fläche auf den Rumpf montiert. Bis zum Endgültigen Aushärten wird das Modell nun nicht mehr bewegt.

FunCub von vorne

Wenn alles gut gegangen ist, kann nun die Fläche wieder abgeschraubt und abgenommen werden. Wanne und Stecker sind nun an der optimalen Position. Die Spalten habe ich mit Belizell-Kleber ausgefüllt.

FunCub von vorne

 

Natürlich liegt es nahe, bei 20 Steckkontakten in die Tragfläche noch ein paar Positionslichter zu spendieren...

FunCub von vorne

Hier habe ich auch was neues probiert. Anders als bei der F-35 habe ich ein kleines Stück Buchen-Vierkant-Hölzchen verwendet. Auf dem Holz werden die SMD-Leuchdioden aufgeklebt und anschließend Verdrahtet. Es entsteht eine deutlich stabilere Konstruktion wie damals bei der Lochraster-Fädeldrahtkombination.

Wo ein Postionslicht ist, ist natürlich auch ein Antikollisionslicht nicht weit. Diese Konstruktion kommt direkt ohne Träger aus und wird direkt an das Seitenruder geklebt. Gespeist wird der Blitzer von einem astabilen Multivibrator mit Kompementärtransistoren. Dadurch wird keine Energie in Vorwiderständen verbraten. In der "leuchtfreien" Zeit sind beide Transistoren sperrend - sehr stromsparend!

 

FunCub von vorne

FunCub von vorne

Das zweite Antikollisionslicht ist am Bauch der Cub. Es besteht aus drei SMD-Topled mit jeweils 60° Abstrahlung in einer 3x120° Kombination.

FunCub von vorne

 

FunCub von vorne

Links im Cockpit die beiden Elektroniken für die Blitzer

 

Anschließend kam das Lackieren. Ich habe Farben von Conrad (Magic Colour) ohne jegliche Vorbehandlung benutzt - hält. Mit einem Klebestreifen läßt sich die Lackierung allerdings wieder abnehmen. Andererseit läßt sich die Originallackierung von Multiplex z.B. Twister ebenfalls mit einem Klebestreifen abziehen. So gesehen nicht schlechter wie das Original.

FunCub von vorne

Ein Flugvideo kommt, sobald ich jemanden finde, der filmt.

Hier noch ein paar Fotos von meiner Fun-Cub. Die Aufkleber sind aus einer mit Tintenstrahldrucker bedruckbaren, transparenten Folie. Diese wird nach dem Bedrucken mit einem Fixierspray wasserfest und UV-beständig gemacht.

FunCub von vorne

FunCub von vorne

FunCub von vorne

Die Fun-Cub flog gleich beim Erstflug tadellos - und auch ohne Landeklappen ultra langsam. Etwas enttäuscht hat mich der Antrieb, der zwar kraftvoll ist, aber noch einen Tick mehr Leistung haben könnte.