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Einleitung

Die Soloshot3 (SOLOSHOT) ist die dritte Version einer Roboterkamera, d.h. man befestigt die Basis (mit Kamera) an einem Stativ und stellt dieses dann an geeigneter Stelle auf. Das Objekt, das gefilmt werden soll bekommt ein kleines Kästchen (Tag). Dieses Kästchen ist im Wesentlichen ein GPS-Empfänger, ein paar weitere Sensoren und ein Transmitter, der die Daten zur Basis funkt. Die Basis wertet nun diese Daten aus und schwenkt die Kamera immer in Richtung des Objekts (Tracking). Entfernt sich das Objekt von der Basis, so zoomt die Kamera automatisch hinterher. Der Tag hat außerdem ein Display und zwei Bedientasten. Diese dienen zum Ein-/Ausschalten, zum Starten/Stoppen des Trackings und zum Starten/Stoppen der Aufnahme.

Die Soloshot ist für all jene Menschen gedacht, die sich in irgendeiner Form bewegen (Reiten, Laufen, Fußballspielen, Radfahren, Surfen) oder Gegenstände bewegen (ferngesteuerte Flugzeuge, Lenkdrachen), und Videoaufnahmen davon haben wollen, aber keinen Kameramann haben. Ein weiterer Einsatzzweck ist das Fotografieren des Himmels. Dabei schwenkt die Kamera einen Pfad ab und macht in einstellbaren Intervallen Fotos.

Die Lieferung

Nach langer Wartezeit (21 Monate) war es endlich so weit: meine Soloshot3 ist endlich ausgeliefert worden.

Dank UPS musste ich nicht einmal zum Zoll. Der UPS hat die Soloshot direkt an mich ausgeliefert und ein paar Tage später kam dann das Schreiben über die Einfuhrsteuer und die Zollabwicklung. Das ist sehr angenehm.

Der Karton war recht stabil. Er enthielt neben der Basisstation und dem Tag das Kameramodul und ein paar Kleinteile (Hakenschlüssel für das Stativ, Adapter für die Befestigungsschraube am Stativ, ein USB-Kabel zum Laden und ein Armband zum Befestigen des Tags bei sportlichen Tätigkeiten.

Installation

Der Zusammenbau war recht einfach, wenn man sich an die Anleitung hält. Das Kameramodul wird in die Basisstation geklickt. Der Tag wir auch an der Basisstation befestigt und dann wird erst einmal ein paar Stunden geladen. Dabei hatte ich anfangs den Fehler gemacht, das ich den Tag nicht eingeschaltet hatte. Dadurch wurde offensichtlich nur die Basisstation geladen.

Für das weitere Vorgehen braucht man einen Account bei Soloshot (Anleitung ist beigefügt) und eine WLAN-Verbindung (und die Verbindungsdaten). Inzwischen lasse ich Geräte die auf diese Weise auf meinen Router zugreifen wollen, nur noch über den Gastzugang rein.

Auf dem Smartphone kann man zwischenzeitlich die Soloshot App installieren. Anschließend werden die Accountdaten eingegeben.

Nach dem Laden kann die Basisstation das erste mal gestartet werden. Die Basisstation hat so etwas wie ein interaktives Menü zum Einrichten. Es ist recht einfach, die Einrichtung zu tätigen.

Danach ist die Soloshot einsatzbereit.

So sieht die Basisstation mit dem 65fach 4k Kameramodul von der Seite aus. Bei Zoomen fährt das Objektiv weiter aus, so dass die Schutzkappe vor dem Einschalten abgenommen werden sollte. Auch wichtig ist, das man vorsichtig mit der Mechanik der Soloshot um geht. Die Achsen der Soloshot sollten nicht manuell mit der Hand bewegt werden. Das ist besonders schnell beim Befestigen des Stativschuhs passiert. Deshalb unbedingt den Hakenschlüssel verwenden.

Die Mechnik macht einen sehr guten Eindruck.

Auf de Rückseite hat die Soloshot ein Farbdisplay, das ein Touchscreen ist.

Die Menüs sind sehr übersichtlich und einfach gehalten. Zuerst sollte man seinen Tag in "TAGS" aktivieren. Am Besten stellt man in dem Menü auch gleich ein, dass der Tag immer automatisch ausgewählt werden soll. Diese Einstellung ist bei einem Tag sehr praktisch.

So sieht der Tag aus der Nähe aus:

Er wiegt 40g ist wasserdicht und angeblich sehr robust.

Es wird der Akkustand, der GPS-Status, das Tracking und der Aufnahmestatus angezeigt. In der unteren Zeile sieht man den Namen des Tags. Das ist nützlich, wenn mehrere Tags verwendet werden.

 

Erste Tests

Beim ersten Versuch des filmens habe ich einfach die Soloshot auf der Weide abgestellt und bin mit dem Tag in der Jackentasche hin und her gelaufen. Die Einstellung für das Tracking war "Field". Die Lichtverhältnisse sind derzeit nicht besonders gut, was der Kamera zu schaffen macht. Zwischenzeitlich gibt es einige Videos auf Youtube von Kunden. Mir ist klar, dass die alle schöner zum Ansehen sind, aber darauf kommt es mir hier nicht an. Ich will das Verhalten der Soloshot am Grenzbereich ausloten. Bei perfekten Lichtverhältnissen und mit dem Horizont als Fokussierhilfe werden alle Videos wohl schön.

Die beiden Videos wurden mit folgenden Softwareständen vorgenommen:

Base-station:

Device ID: 4625453

Base Version: 3.0.14

Camera Version: 3.0.4

 

Tag:

Firmware Version: 3.0.5

 

microSD:

Type: SanDisk Extreme MicroSDXC 128GB (von Soloshot empfohlen)

 

Hier das Video:

Aus dem Video (1920x1080, 29,97fps, 1,7MB/s) habe ich ein paar Bilder zum Inspizieren heraus genommen.

Dieses Bild zeigt die Tiefenschärfe im ungezoomten Zustand (Bild auf 800Pixel (X) geschrumpft):

Dies ist eine Ausschnittsvergrößerung. Jedes Pixel ist hier ein Pixel im Video:

Man sieht eine starke Kantenaufsteilung. Der Kompressor macht viele "matschige" Partien. Das Histogramm zeigt eine korrekte Helligkeitsverteilung.

 

Hier hat die Kamera gezoomt:

Wieder ein 1:1 Ausschnitt aus dem Video:

Mode: Flight

 Der folgende Film wurde bei massiv schlechten Lichtverhältnissen aufgenommen. Einstellung ist FOV=Mid, 4k-Mode

(3840x2160, 29,97fps, 6,7MB/s)

Mit der Datenrate liegt die Soloshot etwas unter der Kamera der Mavic (7,2MB/s), die ja sehr gute, scharfe Videos  erzeugt. Andererseits hat die Bridgekamera Panasonic Lumix FZ-1000 eine Datenrate von 80,4MB/s, was eine andere Basis für gute Filme ist.

Hier ein paar Ausschnitte aus dem Film:

Durch die schlechten Lichtverhältnisse hat die Kamera die Belichtungszeit recht lang gemacht. Damit ergeben sich eine schöne Bewegungsunschärfe.

 

Das rot der Jacke wird stark überbetont.

Auf dem nachfolgenden Bild ist sehr gut die Kantenaufsteilung zu sehen. Die ist leider übernatürlich hoch.

 

Pro und Cons

Pro:

  • Super Idee/Hilfe wenn man keinen Kameramann hat
  • Installation und Handling sehr gut
  • Benutzeroberfläche sehr gut
  • Autokalibration sehr gut
  • Nachführung am Boden sehr gut
  • Zoomen funktioniert gut

 

Con:

  • Autofocus im Flight-Mode muß verbessert werden
  • Nachführung in der Luft muss noch verbessert werden (Mode Flight)
  • Nachführgeschwindigkeit für schnelle Modelle nicht geeignet
  • Kanten werden zu stark aufgesteilt
  • Lowlight-Rauschen sehr ausgeprägt
  • Die Datenraten sollten bei 4k Videos höher oder zumindest einstellbar sein (die empfohlenen microSD-Karten können zumindest den Faktor 12 mehr)
  • Farbwiedergabe bei rot ist sehr gewöhnungsbedürftig

 

Die folgenden Updates werden interessant. Grundsätzlich ist die Soloshot3 eine gute Hilfe, auch wenn das Filmen von Modellflugzeugen noch grenzwertig gelöst ist. Wer allerdings schon manuell Modellflugzeuge beim Flug gefilmt hat, kenn die Probleme, speziell mit dem Verfolgen und der Schärfe. Ich habe Soloshot ein Feedback geschickt und ein paar Vorschläge gemacht, wie das Problem möglicherweise in den Griff zu bekommen ist.