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Nach ziemlich genau einem Jahr gibt es jetzt eine neue JetiLog-Version.

Nach dem Jahr Testphase hat sich der JetiLog oftmals als sehr nützlich herausgestellt und einige Flugparameter konnten nachträglich einfach analysiert werden. Allerdings hatte das gute Stück einen Haken. Wenn ich nicht zügig die Dateien von der SD-Karte gezogen habe, waren irgendwann so viele Dateien auf der Karte, dass ich meine Not hatte, die Logs den einzelnen Flügen/Flugzeugen zuzuordnen. Machmal klappte es noch über die Zellenzahl und dem Stromverbrauch. Zur Erinnerung: Der JetiLog2 hat pro Einschalten des Senders ein Logfile mit fortlaufender Nummer aufgemacht.

Im Herbst 2015 fand ich bei Reichelt-Elektronik einen sehr interessanten Baustein, den RV-3029 C2. Dieser Baustein ist ein kleiner Chip, der eine Echtzeituhr eine Backup-Batterieumschaltung und den Quarz integriert hat. Das Teil ist außerdem temperaturkompensiert, läuft mit 5,5V..1,4V und lässt sich einfach mit einer I2C-Schnittstelle ansprechen. Was brauch man mehr?

 

Mit diesem Baustein habe ich mein neues JetiLog 3.0 aufgebaut. Diesmal hat das JetiLog eine Echtzeituhr an Board, so dass der Filenamen nun aus dem Jahr, dem Monat, dem Tag und einer fortlaufenden 2-stelligen Nummer zusammengesetzt ist. Eine Differenzierung der Logs ist damit viel einfacher geworden.

Der RV-3029 benötigt recht wenige Bauteile um zu funktionieren. Es werden neben dem Baustein zwei 3,9..4,7k-Ohm-Widerstände als Pullup für die I2C-Schnittstelle benötigt, ein Stützkondensator mit 10nF, ein Längswiderstand von 1kOhm, ein Knopfzellenhalter für CR12xx Zellen und eine Knopfzelle CR1216. Damit läuft dann die Uhr. Ich habe den Schaltplan um die Komponenten erweitert:

Hier der Schaltplan als PDF: (Schaltplan.zip)

Da der JetiLog 3 durch hinzufügen der Echtzeituhr aus dem JetiLog 2 entsteht (4 Drähte), habe ich hier einmal versucht, möglichst klein zu bauen. Hier mein Plan:

 

 

...und hier die Umsetzung:

 

Die Widerstände und der Stützkondensator waren etwas "tricky" zu löten. Als Bauteilgröße habe ich 0402 verwendet. als Kontaktierung habe ich Fädeldrähte genommen.

Die Erstinbetriebnahme klappte nicht, und ich war etwas frustriert, da ich den Fehler in einer offenen Löststelle vermutete. Dann habe ich aber einen Fehler im Programmcode entdeckt. Nach dem "debuggen" lief der Baustein einwandfrei.

Als nächstes kam nun die Stützbatterie an die Reihe. Ich habe dafür eine CR1216 mit passendem Batteriehalter genommen.

Da die Schaltung noch etwas fragil ist, habe ich die Schaltung auf die Rückseite des Batteriehalters geklebt. Vorher habe ich die Fädeldrähte noch mit normalen Drähten verlängert.

Nach einem Funktionstest habe ich die Schaltung mit Drähten mit Uhu Schnellfest auf der Rückseite des Batteriehalters versiegelt.

So sieht jetzt die einbaufertige Echtzeituhr aus:

Durch das Eingießen sind die Kabel zugentlastet und die Schaltung ist mechanisch stabil.

Da die Schaltung so enorm klein ist, war der Einbau in den Sender (Graupner MC22) ein Kinderspiel. Ich habe die Schaltung noch einmal mit einer Lage Kapton-Band isoliert, da ja der Knopfzellenhalter auf der Seite der Knopfzelle metallisch ist.

Nicht mehr ganz so einfach war, die 1Jahr alte Software wieder anzufassen. Ich habe zuerst einen einfachen Prototypen gebaut, der mir den neuen Filenamen generieren sollte. Als dieser lief, habe ich die JetiLog-Software entsprechend ergänzt. Dadruch lief der Code auf anhieb. 

Die Software ist hier herunterladbar: (Software.zip)