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Der Ender 5 (auch die Version 3 und 3pro) sind tolle Drucker, vor allem für das Geld. Was etwas fehlt ist ein Filament-Ende-Sensor. Im Internet sind diverse Konstruktionen für die Mechanik/Elektrik zu erwerben. Diese werden dann mit einem sogenannten "Pin 27 Adapter"-Board an den Ender angeschlossen. Anschließend muß noch die Firmware des Druckers angepasst werden.

Als ich beschloss, auch einen Filament-Ende-Sensor in meinen Ender einzubauen, wollte ich nicht schon wieder etwas bestellen. Außerdem las ich von Nutzern im Netz, die sich darüber beklagten, dass das Board recht knapp in das Bedienmodul des Enders geht - kein Wunder, denn die Steckerleiste für das Display ist am Rand vom Gehäuse/der Platine. Ein weiterer Maker baute sich selbst einen Adapter, in dem er eine 10-polige Stiftleiste und eine 10-polige Buchsenleiste miteinander verlötete und den Pin 1 dabei an der Buchsenleiste herausführte (=SIGNAL) und auf der Stiftleiste diesen Pin zog. Außerdem hatte er noch den Pin 9 (GND) und Pin 10 (+5V) paralell zur Verbindung herausgeführt. Eine gute, kostengünstige Lösung, die allerdings auch sehr hoch baut - wie bereits erwähnt geht es an der Stelle sehr eng zu.

Der gelbe Pfeil zeigt, worum es geht. Dieser Stecker muß entfert werden, der Adapter muß eingefügt werden und dann muß der Stecker auf den Adapter gesteckt werden. 

 

Man sieht, dass der Stecker recht bündig mit der Wand platziert wurde. Auch die freie Höhe über dem Stecker (Kante vom Gehäuse) ist nicht gerade prickelnd für einen zusätzlichen Adapter.

 

Ich schaute einmal in meinem Fundus nach und fand dort folgende Requisiten:

  • 1x Wannenstecker 10polig Schneidklemmtechnik Best.nr: WSL 10SK (Reichelt-Elektronik 0,85EUR@2019)
  • 1x Pfostenbuchse 10polig Schneidklemmentechnik Best.nr. PFL 10 (Reichelt-Elektronik, 0,11EUR@2019)
  • 1x Flachbandkabel 10polig AWG 28 3 Meter Best.nr. AWG 28-10F 3M (Reichelt-Elektronik, 1,99EUR@2019)
  • 1x Stiftleiste, 3-pol, RM 2,54 mm Best.nr. RND 205-00624   (Reichelt-Elektronik, 0,03EUR@2019)

Diese Dinge sind absoluter Standard in jedem Elektronikhandel, z.B. auch Conrad usw.

Damit habe ich für 2,98EUR einen Pin-27-Adapter und noch zwei Meter Flachbandkabel für weitere Basteleien. Der Adapter würde bei Amazon z.B. 7,99EUR kosten (auch ok).

Mich hat das ganze gar nichts gekostet, weil ich alles schon daheim hatte. Vielleicht findet sich bei Euch auch das eine oder andere Stück.

 

 

 

Zuerst muß man sich überlegen, wie die Teile liegen müssen, damit sie optimal passen. Die Pfostenbuchse kann, dank Polarisierung nur in einer Weise gesteckt (nur auflegen!!!) werden. Am der Pfostenbuchse befindet sich (manchmal schwer sichtbar) eine Pfeilmarkierung, die den Pin1 markiert. Dort muss das Kabel mit der braunen Seite wie im Bild gezeigt durchgeschoben werden.

Anschließend Wird das Kabel mit der Pfostenbuchse vorsichtig in einen Schraubstock positioniert, das Kabel sollte rechtwinklig zum Stecker liegen und mittig liegen. Mit dem Schraubstock wird nun das Kabel mit der Buchse verpresst. Dabei kann man ein "Klick" hören.

Nun längt man das Kabel ungefähr so weit ab, dass das Kabel bequem zum späteren Filament-Ende-Sensor reicht (noch ein paar Zentimeter zu geben).

Von der einzig möglichen Seite wird nun der Stecker wie im Bild angegeben aufgeschoben. Auch der Stecker hat eine dreieckige Markierung für den Pin 1, der auf der braunen Seite sein muß, damit die Verkabelung stimmt.

Nun wird auch der Stecker im Schraubstock mit dem Kabel verpresst ("Klick"). 

Mit dieser Handlung sind alle 10 Pins der beiden Steckverbindungen miteinander kontaktiert, was fast gut ist. Eigentlich wollten wir einen Adapter bauen und keine Verlängerung oder Verteilung...

Mit einem feinen Seitenschneider oder einem Cuttermesser wird nun auf der Steckerseite das braune Kabel durchgeschnitten, wie im Bild zu sehen. Damit ist der Pin 1 unterbrochen, eine der Hauptfunktionalitäten des Pin27-Adapters.

Da ich mir am Anfang nicht so viele Gedanken gemacht habe, habe ich leider das Kabel vieeeel zu Kurz abgeschnitten und durfte deshalb einige Kabel gleich wieder verlängern. Positiver Nebeneffekt, ich habe gleich noch einmal eine weitere Abzweigung für die 5V gemacht, um eine Mikro-SD-Kartenschlitzbeleuchtung zu bauen. Hat sich aber nicht bewährt.

 

 

 Zurück zum Adapter: 

 Der braune Draht ist nun unser Filament-Ende-Signal, ich habe es hier mit Gelb verlängert, weil das für mich immer so eine Signalfarbe ist. 

Der schwarze Draht (=Pin 10) ist die +5V. Für Menschen wie mich eine Katastrophe, weil + immer rot ist.

Der weiße Draht ist Masse/GND. Für den gilt das Gleiche der ist bei mir immer schwarz.

Nun kann man das Adapterkabel in die Platine stecken (Fehlsteckung ist durch die Polung ausgeschlossen) und die Displaybuchse wird in den neuen Stecker gesteckt (Verpolung nicht möglich). Das 3-polige Kabel wird da wo die anderen Kabel auch raus kommen durchgefädelt. Schön ist, wenn man an die drei Kabel auch noch einen passenden kleinen Stecker lötet. 

Die Zählweise dafür ist "SIGNAL/GND/+5V", ein einreihiger Stecker mit 2,54mm Raster.