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i302-Tank-Entlüftung

Vor einiger Zeit bin ich von PATA-Wechselfestplatten auf SATA umgestiegen. Meine Systemwahl fiel auf das System Raidsonic i302. Dieses externe Festplattensystem bietet einen USB2 und einen eSATA-Anschluß und kann horizontal oder vertikal betrieben werden. Nach dem Kauf fielen mir zwei Schwachpunkte des System auf:

1. Der Festplattenträger ist oben und unten offen. Das bedeutet, daß die äußerst sensible Festplattenelektronik völlig ungeschützt ist, wenn die Festplatte nicht im Gehäuse steckt. Einmal kurz beim Handling an einer Kante hängen geblieben, und ein Kerko ist weggebrochen, die Festplatte unter Umständen defekt.

2. Wird die Festplatte in das System eingeschoben, wird diese mit dem System verriegelt. Eine Entnahme ohne entsprechenden Entriegelungsdorn ist damit nicht möglich. Leider machen sich die kleinen Plastik-Entriegelungsdorne immer wieder aus dem Staub. Dann geht die Suche nach einem geeigneten Draht los.

Sonst war ich mit dem System eigentlich ganz zufrieden, bis ich die Festplatte länger an hatte. Das Gehäuse wird richtig warm, und die Festplatte im System "kocht". Das ist der Lebensdauer der Festplatte sehr abträglich. Laut Werbung soll die Abwärme der Festplatte auf das massive Aluminiumgehäuse übertragen werden, und damit ein Lüfter unnötig sein. Wenn man sich allerdings das System genauer ansieht, weiß man, daß das Versprechen so nicht stimmen kann. zwischen Festplatte und Alugehäuse befindet sich ein isolierender Luftspalt, der die Wärmeleitung unterbindet.

1. Ansatz passive Konvektion

Der Erste Ansatz war, möglicht viel Luftströmung um die Festplatte zuzulassen. Dazu habe ich das System so weit zerlegt, daß nur noch der äußere Aluminiumrahmen vorhanden war. Dann habe ich oben und unten einen rechteckigen Ausschnitt aus dem Alu herausgeschnitten. Um die Elektronik zu schützen und auch wegen der Optik habe ich in die beiden Löcher Lochbleche aus dem Baumarkt eingepaßt und mit 2k-Kleber in die Löcher geklebt.

 

Leider brachte die Lösung nicht viel. Deshalb mußte im zweiten Ansatz was beseres her.

2. Ansatz aktive Lüfterkühlung

Im zweiten Ansatz habe ich unter den Festplattenrahmen ein Lüfterarray geklebt. Das Lüfterarray besteht auf miteinander verbundenen und anschließend verklebten Lüftern.

 

Die Befestigung des Lüterarrays unter das HDD-Systems habe ich, wie es sich im Land der Dichter und Dämpfer gehört, mit einem Depron-Rahmen realisiert.

Die Festplattenelektronik wird bei der Montage von vorn durch das ganze Gehäuse geschoben. Das macht die Stromversorgung der Lüfter etwas umständlicher. Ich habe an der Rückseite des Festplattengehäuses  einen Steckverbinder vorgesehen.

Die Verkabelung der 12V im Innern des Festplattensystems ist leider nur auf der Innenseite der Platine möglich (siehe Bild)

 

Das Lüfterarray wird nach der Montage hinten an den Stecker angesteckt. 

 

Die nötige Bodenfreiheit bekommt das System durch entsprechende Füße aus EPP und Gummi. Das Dämpft Vibrationen.

Das Festplattengehäuse ist nun wieder einsatzbereit.

Die Ergebnisse

Die Umgebungstemperatur bei den beiden Messungen war 27°C. Die Messung wurde mit einem kalibrierten Platinthermometer (Genauigkeit 0,1°C, Kalibierung mit kochendem, destillierten Wasser unter Berücksichtigung des Luftdruckes und schmelzenden Eiswasser (destiliert)) gemacht.

Bei der Lösung 1 erwärmt sich die Festplatte im Idle-Zustand auf 36°C. Bei einem einstündigen Chkdsk-Lauf habe ich 38,5°C messen können 

Bei der Lösung 2 erwärmt sich die Festplatte im Idle-Zustand auf 31,3°C und beim Chkdsk-Lauf auf 31,8°C

Letzter Wert kann sich sehen lassen.