Mostfun

Das ist unser "Family-Horse" Kolvaro, aber bei uns heißt er nur Dandy.

Hallo, wer will da was von mir in meiner Mittagspause? Lasst mich doch einfach noch ein paar Minuten in Ruhe!

Hier aktuelle Fotos von unserer Herde.

Nicht einmal das "Wachpferd" hält Wache.

Scout

 

Unser Neuzugang hört auf den Namen Scout. Es ist ein dreijähriger Wallach mit sehr sanften Charakter.

Was ist Robusthaltung?

Robusthaltung bedeutet, dass das Pferd, wie vor dem Eingreifen des Menschen, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr draußen ist. Es gibt keine Box, keine festen Zeiten für was auch immer. Die Pferde bekommen im Herbst ein sehr dichtes Winterfell. 

Voraussetzung für die Robusthaltung ist natürlich, dass genügend Platz für die Pferde da ist, d.h.mindestens 5000 qm pro Pferd. Weiterhin sollen die Futterstellen und das Wasser weit genug auseinander stehen, so dass die Pferde gezwungen sind, sich zu bewegen, um zu fressen und zu trinken. Den Pferden wird somit das Leben ermöglicht, das ihrer Natur als Bewegungs- und Fluchttier am nähesten kommt (was bei einer Boxenhaltung, wo die Pferde meisten mindestens 10 - 12 Stunden auf 12 qm stehen, unmöglich ist. Zur Verdeutlichung: das ist, als würde man uns Menschen 10 - 12 Stunden in einen 5 qm-Raum stecken; nicht sehr erfreulich, die Vorstellung, oder?)  Bei Bedarf können die Pferde sich in einem Witterungsschutz, der bei  jeder Robusthaltung gegeben sein muss, unterstellen - allerdings haben wir das noch nicht erlebt, auch nicht im tiefsten Winter. Als Wetterschutz dient z.b.ein umgebauter Carport oder einfach dichte Hecken oder einige Bäume. Auch ist ein Offenstall da, den unsere Pferde im Sommer aufsuchen, um Schutz vor großer Hitze zu suchen.  Die Pferde fressen wann sie wollen, gehen wann sie wollen und stehen, wann sie wollen. Sie leben ihren Herdentrieb aus, schließen Freundschaften und bilden eine Familie.

Koliken und andere Krankheiten sind bei der Robusthaltung ein Fremdwort. Der Tierarzt kommt einmal jährlich, um die Zähne zu untersuchen und - wenn gewünscht, zu impfen -, das ist in Sachen Tierarzt auch schon alles. Wurmkuren werden nach Kotuntersuchungen verabreicht, das machen wir selber. Unsere Pflerde sind auch barfuß, d.h. sie tragen keine Hufeisen. Das wiederum bedeutet bessere Hufkonsistenz und keine schlimmen Verletzungen beim "kappeln". Wobei unsere kleine Herde - und auch die größere Herde im benachbarten "Pferdeparadies" - nie ernstlich streitet. Unser Sano hat bislang noch keinerlei Verletzungen davon getragen, ebenso wenig die anderen Pferde. Bei Meinungsverschiedenheiten geht pferd sich halt einfach aus dem Weg, die Weide ist ja groß genug :-) !

Das klingt ja richtig toll!

Ist es auch. Aber die Robusthaltung bezieht sich auch auf den Menschen. Es gibt bei uns kein beheiztes Reiterstübchen, aber jede Weide hat einen Bauwagen bzw.auf der Ranch eine Blockhütte. Dort können wir uns, wenn wir wollen, selber einheizen. Wir haben keine Reithalle und keinen Pferdewaschplatz (wobei wir der Meinung sind, ein Pferd gehört nicht gewachen, sondern lediglich geputzt, ein freier Wildbahn gibt es auch keine Dusche mit Seife etc.). Wir haben einen Reitplatz, den unsere Pferde aber nur zum Wälzen nutzen, wenn wir dorthin gehen, denn wir haben Reitmöglichkeiten ohne Ende. 

In der matschigen und kalten Jahreszeit sind die Pferde einfach schmutzig und das ist gut so.  Natürlich denkt man am Anfang bei schlechtem Wetter öfters an die Pferde. Wenn man seinem Pferd aber zuhört, wenn man es beobachtet und es genau anschaut und beobachtet, sieht man genau, dass es glücklich ist. 

Wir sind inzwischen überzeugte "Robusthalter", auch wenn dieser Winter für uns sehr sehr kalt und lange war. Es lohnt sich, das in Kauf zu nehmen, denn wir wissen inzwischen: freie Pferde sind glückliche und gesunde Pferde.

 

June ist unser Einhorn. Sanft und dankbar für jede Streicheleinheit.

 

 

Champion ist der Clown in der Herde. Wenn man ihn nicht immer im Blick hat, dann kann man drauf wetten daß in der nächsten Sekunde irgendwo eine Nase her kommt. Champion ist verschmust und liebt es gestreichelt und massiert zu werden. Champion ist der Sohn von June. Er ist auf einem Auge blind, hat das aber gut im Griff.

Ein Bild, das Champion charakterisiert? Bitteschön!

Rose ist die Lady in der Herde. Sie kam erst spät zur Herde, aber sie ist Sanos große Liebe. Rose ist gut ausgebildet und sehr sensibel für ihren Menschen.

Sano ist unser Pferd. Wir habe nach dem Tod von Picasso unseren Sano gekauft und in eine Robusthaltung gebracht. Zuerst hatten wir Bedenken, denn Sano war bis dahin immer ein Boxenpferd. Aber die Bedenken waren unbegründet. Sano geht es sehr gut in der Art der Haltung. Natürlich hat er jetzt mehr seinen eigenen Kopf als früher, aber er hat es sich verdient, in einer Herde so viel Freiheit wie möglich genießen zu können. Sano ist eine Seele von einem Pferd, er wird jetzt 20. Ich bin ungeheuer stolz und glücklich, dass er, wenn ich ihn rufe, immer kommt und mich immer begrüßt. Er freut sich, wenn ich da bin und hat nicht dieses typische Weglaufsyndrom vieler Pferde, die unausgeglichen sind und die froh sind, wenn sie in Ruhe gelassen werden. Er ist brav und lieb und folgt auf die Stimme. Natürlich hat er durch die neue Haltungsart und die Tatsache, dass er der Herdenchef ist, sehr viel Selbstbewußtsein bekommen. Ab und zu versucht er auch, seinen Kopf durchzusetzen. Aber es ist wie bei jedem Tier: mit viel Geduld und indem ich ihm eine Alternative biete, die er nicht ablehnen kann, sind wir uns eigentlich immer einig. Er wird, wenn überhaupt (wir gehen viel spazieren) ohne Gebiß geritten und ist daher komplett entspannt und ohne Angst mit uns unterwegs. Schmerzen im Maul kennt er nicht und er ist ein freundliches, glückliches und ausgeglichenes Pferd.