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F-35 JSF

Das erste Mal, wo ich das Teil gesehen habe, war im Kino ("Stirb langsam 4.0"). Der Gick mit der hinteren Düse hat mir damals gut gefallen. Wer die F-35 nicht kennt, dem empfehle ich das Video:

Die F-35 hat natürlich auch einige Nachteile, die nicht verschwiegen werden dürfen. Dazu gehört, dass sie nur ein Triebwerk hat und der Fakt, daß dieses Flugzeug vermutlich als teuerstes "Spielzeug" in die Geschichte eingehen wird.

 

Gar nicht teuer dagegen ist der Bausatz der F-35 von EPP-Versand.

 

Dafür erhält man 5 EPP-Teile und 6 Depronteile (6mm). Richtig herum zusammengesetzt ergeben die ein Jet, der auch einmal eine dynamische Landung aushält. Nach einige Videos im Internet und einem Mailkontakt (danke Christian2005) habe ich mich entschlossen, das Ding beleuchtet zu bauen. Hinweis für alle Nachbauer: Das Modell tendiert zu Schwanzlastigkeit, d.h. alles Gewicht beim Bauen, was hinter dem Schwerpunkt ist, ist schlecht. Alles was vorne ist, ist gut. Ich habe meinen Kokam 450mAh-Akku ganz nach Vorne in die vorderste Ecke. Damit komme ich ohne Trimmblei aus. 

 

Die Vorlage

Aber wie genau bekommt man das Triebwerksfeuer hin? Mein erster Ansatz war, wie im Internet beschrieben, gelbe Leuchtdioden. Aber würden die hell genug sein? Außerdem war mir nicht klar, ob das Triebwerk wirklich gelb leuchtet. Also suchte ich nach Abbildungen von startenden Jets und Filmsequenzen, wo man hinten in das Triebwerk sieht. Nach einigen Suchen hatte ich ein Triebwerksfeuer gefunden, das mir glaubwürdig erschien, auch wenn es von einem SciFi-Film stammt (Stealth):

 

Konzept (oder Konzeptmuster?)

Nun hatte ich die Vorlage für die Farbe und mußte nur noch die passenden Leuchtdioden finden, hell genug, aber nicht dominant, und natürlich war noch der Austrittswinkel ein Kriterium. Der Hauptstrahl sollte so um die 30° liegen (das ist die 50% Helligkeitsgrenze!). Ich baute die SMD-LEDs in verschiedenen LEDs und Vorwiderständen. Zeitgleich habe ich mit einem Atmel-Prozessor eine Platine gebaut, die die PWM des Gasknüppels analysiert und in eine Helligkeits-PWM (programmierbare Kurve) umsetzt. Abfallprodukt war dann noch die Blitzlichtfunktion und eine Powersafer-Funktion bei Motor aus. Der Prozessor hat ganz gut funktioniert, aber die Platine war mir zu schwer. Also doch statische Beleuchtung.

  Den Turbinenschacht simulierte ich mit einem entsprechend  langen Stück Kartontunnel, der den Querschnitt der Turbinen hat. 

Nun benötigte ich noch etwas was das Licht der LEDs mischt. Ich wurde bei einem alten TFT-Display fündig. Dort werden mit hochwertigen Folien die Lichtstrahlen der CCFL-Röhre mit mehreren verschiedenen Folien so gestreut, daß ein homogenes Lichtfeld (na ja) über dem ganzen Bild entsteht.

So hat dann die Anordnung ausgesehen:

zuviel rot... rote LED weg, orangene LED rein, mehr weiß:

Kommt der Sache näher.

Musteraufbau

Nun konnte ich die beiden Muster klein aufbauen (kommt wohl einem B-Muster gleich).

Wer Probleme hat, SMD-Bauteile zu löten hört spätestens hier auf.

Zum Größenvergleich sieht man hier ein Stahllineal. Jeder Strich sind 0,5mm. Ich habe eine 1,27mm Lochrasterplatine verwendet, um den Streß zu verringern, was aber nur mäßig hilft. Die LED sind von Osram und stammen aus der Power TOPLED-Reihe. Die LEDs haben 4 Beinchen. Die gute Nachricht ist, daß auf der einen Seite zwei Beine die gleiche Polarität haben, also kurzgeschlossen werden können. Auf der anderen Seite befinden sich zwei Beinchen der Größe 0,6mm-0,8mm unterschiedlicher Polarität. dazwischen ist ein Spalt von ca. 0,6mm (je nach Toleranz).Jedes Triebwerk hat 4 LEDs. Außerdem sind an den Flügelspitzen 3 LEDs als Orientierungslichter vorgesehen. Das sind 14 LEDs. Da ich nicht unnötig Verlustleistung in Vorwiderständen verbraten wollte, habe ich mir ein Verschaltungsschema überlegt, wie ich möglichst elegant unter die Batteriespannung komme, und noch etwas Luft für den Vorwiderstand habe. Da ich mit der Beleuchtung nicht in Serie gehe und auch keine automotive Spezifikation einhalten muß sei mir diese Schlamperei verziehen. 

Dann habe ich mir noch überlegt, wie real die Drähte zu verlegen sind, und wie der Strom fließt (auch die Masse), damit hier nicht unnötig Schleifen aufgespannt werden.

 

Orientierungslichter

Die Orientierungslichter habe ich mit jeweils einem Streifen Lochraster gefertigt. Das Ausschneiden geht mit einem Drehmel supi!

Der Streifen sieht bestückt so aus:

Links ist eine rote LED, 30°, mitte und hinten befinden sich je zwei weiße LEDs (Osram Hyper Sideled). Diese waren für eine Lochraster-Handlötung besser geeignet als die Topled.

Da die Tragflächenspitzen die natürlichen Tastorgane des Modellflugzeugs sind, müssen die LEDs geschützt werden. Hierzu gibt es im Bürobedarf aus Kunststoff transparente Klemmleisten, die normalerweise zum zusammenhalten von Papier benutzt werden. Diese passen nach kurzem Vorwärmen mit einem Heißluftföhn exzellent auf die 6mm Depron-Flügelspitzen (trotzdem dort verkleben, auch wenn die gut klemmen).

So, nun noch schnell in den Flieger gebaut. Die Triebwerke sind innen mit Alufolie beklebt, um die Reflektion zuverbessern und ein Durchscheinen der LEDs durch den EPP-Rumpf zu verhindern. Auf dem Bild ist die Pilotenkanzel noch nicht aufgemalt.

Zum Vergleich noch einmal die
Vorlage aus dem Film:

 

So weit, so schön, aber was ist bei Sonnenschein, draußen auf der Wiese?

Folgende Bilder habe ich aus den Videoaufnahmen direkt übernommen:

Hier das Video dazu: 

Das Licht ist auch bei Mittagssonne und wolkenlosem Himmel sichtbar.

Das ganze bei bedecktem Himmel, auch mittags:

Wie nicht anders zu erwarten, auch hier ein deutlicher Gewinn.

Also leuchten tut sie, die F-35. Aber wie fliegt sie? Im Augenblick sehr schlecht. Irgendwie scheinen die Servos mit den großen Rudern nicht klar zu kommen. Fliege ich langsam, kann ich die F-35 steuern. Sobald ich etwas gas gebe, kann das Modell nicht mehr gesteuert werden - weder links noch rechts.  Aber ich arbeite daran...

Typ: EPP-Versand F-35  
Spannweite: 600 mm
Länge: 690 mm
Leergewicht: 173,6 g
Fluggewicht: 222,6 g
Motor: SFW Schnurzz  
El. Daten: 6,5V, 9,14A 11.865 U/min  
Luftschraube: Günni 125mmx100mm  
Regler: YGE 12  
Akku: 3s1p 450mAh 30C  
Strom (Vollast): 13,6 A
Schub: ca. 550 g
Drehzahl: 20.000 U/min
Flugzeit: kommt noch min
Empfänger: ACT DSL-4ST  
Sevos: 2x 5g Miniservos  

Nachtrag vom 14.04.2009:

Ich habe vor ein paar Tagen Christian2003 () eine Mail geschickt, weil ich mit dem Steuerungsproblem nicht mehr weiter gekommen bin. Christian hat mir bestätigt, daß die F-35 im Langsamflug nicht steuerbar ist, und richtig Geschwindigkeit braucht, damit die Ruder wirken. Das ist aber auf meiner kleinen Weide und mit meinen derzeitigen Können für mich nicht machbar. Ich habe gestern noch einmal alle möglichen Ruderhorn-Lochpositionen und damit mechanische Ausschläge ausprobiert, aber ohne Erfolg. Außerdem habe ich das Höhenleitwerk mit einem Carbonstab verstärkt, weil ich gemerkt habe, daß die Aufhängung der beiden Ruder recht lapprig ist. Wogegen soll sich das angelenkte Ruder abstützen, wenn nicht über das Schanier am Leitwerk? Wenn das nachgibt, dann geht natürlich auch der Ruderausschlag zurück. Bei mehr Geschwindigkeit (höherer Staudruck) um so mehr. Das läßt für mich die These zu daß meine F-35 weder langsam noch schnell richtig zu steuern ist. Die Steuerung der F-35 wird grundlegend überarbeitet.