Drucken

Als wir in die neue Weide eingezogen sind, hat uns die ehemalige Pächterin ihr Leid über die Solaranlage erzählt. Allerdings würde die Anlage nun (nach einem Umbau) ausreichend Energie liefern um die Stallbeleuchtung zu betreiben. Wir hatten allerdings vor, sowohl den Elektrozaun, als auch die Wasserpumpe und diverse andere Lichtquellen zu betreiben.

Wir haben folgende Verbraucher:

Damit rechne ich mit einem täglichen Energiebedarf von ca. 38..130Wh je nach Bewuchs am Elektrozaun, im Winter gegebenenfalls durch das Licht auch mehr.

Aus dem Grund habe ich gleich am Anfang angeregt, die Solaranlage zu verbessern.

Die Übernommene Solaranlage bestand aus 8 Solarpanels (sehr alt, Dünnschicht) mit einer theoretischen Peak-Leistung von gefühlten 50W ( http://docplayer.org/12208367-Sn-solartechnics-schummelt-beim-verkauf-von-modulen-und-schaedigt-so-firmen-und-betreiber.html real 44W im Neuzustand).

 

Die Module waren kreativ angeschlossen...

 

Die Panels waren an einen Solar Power Controller angeschlossen und der schickte den Strom in eine Autobatterie die im Sommer in der Sonne, im Winter in der Kälte stand.

Als ich im Internet nach dem Preis für den Solarregler (Input 12V, Output 5A, 60W) suchte, sah ich dass das Teil für ca. 10 EUR verkauft wird, also eher einen schlechten Wirkungsgrad haben sollte.

 

Ich zerlegte die Anlage, in dem ich die Panels vom Regler abmontierte und bekam prompt einen Schlag (den ich nicht erwartet hätte). Die Panels waren nicht parallel sondern seriell verschaltet, was zu einer offenen Spannung von 390V bei bedecktem Himmel geführt hat.

Nur der Last des Akkus war es zu verdanken, dass die Systemspannung so weit eingebrochen ist, dass der Solarregler die Spannung halbwegs verkraftet hat. Auf der Rückseite war das Gehäuse an einer Stelle geschmolzen - vielleicht auch deshalb.

Ich habe die Solarzellen nun parallel verschalten und von Victron Energy einen MPPT-Solarregler gekauft. Für das Verbauen der Solarstecker (MC4) lohnt sich ein billiges Crimpset aus China allemal. Speziell der Öffner hat mir unschätzbare Dienste erwiesen.

Neben Steca (gruselige Programmierung mit Adapter) und anderen Herstellern erschien mir bei Victron das Konzept schlüssig. Dazu weiter unten mehr.

Den Regler habe ich mit einem Thermal Pad (Conrad 1344057) auf eine 3mm Aluplatte montiert. Es erschien mir sinnvoll, denn die Rückseite des Reglers hat eine Aluminiumplatte, die aber dank dem Kunststoffoberteil mit einem Luftspalt von ca. 1mm zum Montagebrett montiert wird. Durch die Grenzschicht gehe ich einmal davon aus, dass die warme Luft eher an der Platte hängen bleibt, anstatt aufzusteigen. Das ist aber nur so eine Vermutung.

Gestützt wird die Vermutung allerdings dadurch, dass stärkere Regler der Firma rückseitig sogar einen Kühlkörper haben.

 Bedienkonzept des Reglers

Der Regler hat neben zwei LEDs keine weiteren Anzeige- oder Bedienelemente. Er wird an einen Bluetooth-Dongle angeschlossen, und schon hat man auf seinem Handy (App vorher installieren) ein komfortables, zeitgemäßes Bedienkonzept.

Die App ist sogar so gebaut, dass man, bevor man den Regler kauft, im Simulationsmodus einen virtuellen Regler bedienen kann. Wenn das Konzept gefällt, kauft man den Regler, wenn nicht, dann nicht.

Die Kopplung mit dem Handy lief problemlos.

Alle Parameter lassen sich auf dem Handy per Touchscreen konfigurieren. Es wird der Zustand der Solarzellen, die Last und die Batterie angezeigt.

 Außerdem sind die Betriebsdaten der letzten 30 Tage in der App abrufbar und... per CSV-Datei mit wenigen "Tastendrücken" per Email nach Hause verschickbar, wo man sie mit Excel problemlos auswerten kann.

 

 

 Am Ende der Liste kann mit "Export to CSV" die Liste über Email im CSV-Format bequem verschickt werden.

 Das Setup-Menü ist sehr reichhaltig an Einstellmöglichkeiten.

Klar, man kann die ganzen Daten auch ignorieren, aber wenn es einmal eng wird, mit der Energieversorgung, kann man wertvolle Daten ermitteln, ob eher die Solaranlage, die Batteriekapazität oder der Verbrauch die Ursache ist. Das kann viel Geld sparen.

Wie schlägt sich die neu konfigurierte Anlage?

 

Die Grafik ist ein Log vom Monat Oktober. Der Saldo ist für mich ein Indikator, ob genügend Sonne vom Himmel kommt, um unsere Anlage zu versorgen.